Die Arbeit untersucht Genese und Rezeption eines ästhetischen
Konzepts im bildungsbürgerlichen Kontext des 19. Jahrhunderts. Sie
rekonstruiert die Geburt von Burckhardts ästhetischer Urteilsbildung
aus dem Geiste seiner Italienerfahrung und zeigt zugleich die
klassizistischen Wurzeln dieses Kunsturteils auf. Die konservativen
Züge der Burckhardtschen Kunstauffassung machen den »Cicerone« zu
einem Thesaurus des Bewahrenswerten in einer Zeit politischer und
ästhetischer Umbrüche. Er erbingt eine klassifikatorische
Syntheseleistung, die den gesamten italienischen Formenbestand einer
fast museal zu nennenden Neuordnung unterwirft. Die sogenannte "Kunst
nach Aufgaben" wird hierbei von Burckhardt als polemischer Begriff
gegen den modernen Künstler und seine potentiell überschießende
Einbildungskraft eingesetzt. Die Tradition dieses modernen
Künstlertypus reicht für ihn bis in die Renaissance zu ihrem Urvater
Michelangelo zurück und findet ihren Höhepunkt in seiner eigenen
Gegenwart. Somit geht die Intention des »Cicerone« über seinen
Untertitel »Eine Anleitung zum Genuß der Kunstwerke Italiens«
hinaus: Er möchte nicht nur den gebildeten Reisenden auf den Weg der
genußvollen Kunsterkenntnis führen, sondern zugleich für
zeitgenössische Architekten Anleitung zur richtigen Bautätigkeit
sein.
Les mer
Eine Aufgabe zum Genießen
Produktdetaljer
ISBN
9783110929096
Publisert
2015
Utgave
1. utgave
Utgiver
De Gruyter
Språk
Product language
Tysk
Format
Product format
Digital bok
Forfatter