Die geheime Aufrüstung der Weimarer Republik basierte auf einem
lagerübergreifenden Wehrkonsens. Von den Republikanern in den Krisen
der ersten Jahre zunächst als Form des Republikschutzes mitgetragen,
wurde die Unterstützung der "schwarzen Rüstungen" zu einem Element
der Weimarer Staatsraison, die auch für die Republikaner verbindlich
blieb – selbst dann, als die geheime personelle Rüstung, etwa in
Gestalt der Grenzschutzmilizen im preußischen Osten, zur Hochburg
eines rechtsradikalen und staatsfeindlichen Paramilitarismus wurde.
Der Autor rekonstruiert erstmals die umfassende Unterstützung der
Geheimrüstung durch Politik und Verwaltung und belegt die Existenz
eines "deep state", eines durch die zivil-militärische
Rüstungskooperation konstituierten "Tiefenstaats", der zwar in der
republikanischen Ordnung verankert war, aber außerhalb ihrer Normen
und Gesetze agierte. Schließlich verortet sie diesen Wehrkonsens in
der ideengeschichtlichen Kontinuität bellizistischer, von einem
Primat der "Wehrhaftigkeit" ausgehender Denkstile und Deutungsmuster.
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Wehrkonsens und "Wehrhaftmachung" in Deutschland 1918-1933
Produktdetaljer
ISBN
9783486705492
Publisert
2015
Utgave
1. utgave
Utgiver
De Gruyter
Språk
Product language
Tysk
Format
Product format
Digital bok
Forfatter